FDP und SVP finden sich wieder

FDP und SVP

Ruedi Noser und Christoph Blocher wollen zusammen arbeiten - zumindest für die nächsten Wahlen.

FDP und SVP des Kantons Zürich wollen gemeinsam in die eidgenössischen Wahlen vom 19. Oktober ziehen. Darauf haben sich die Parteipräsidenten Ruedi Noser und Christoph Blocher geeinigt.
In einem Gespräch unter vier Augen haben Blocher und Noser beschlossen, ihren Parteien eine Listenverbindung für die Nationalratswahlen vorzuschlagen. Für die Ständeratswahlen wird ein gemeinsames Ticket angestrebt, wie der interimistische FDP-Präsident Ruedi Noser eine Meldung der «NZZ am Sonntag» bestätigte.

Inhaltliche Bedingungen für die Zusammenarbeit seien keine aufgestellt worden. Zudem gilt die Annäherung vorläufig nur für die kommenden Wahlen, wie Noser sagte. Entscheidend für eine weiterführende Partnerschaft sei, dass die Angriffe der SVP auf den Freisinn einer konstruktiven Zusammenarbeit wichen.

Die beiden Parteien haben sich in den letzten Jahren immer heftigere Auseinandersetzungen geliefert. Vor allem Blocher hat die FDP wiederholt massiv attackiert und den «freisinnigen Filz» in der Wirtschaft angeprangert. In SVP-Inseraten wurden die FDP-Politiker als «Weichsinnige» bezeichnet.

Zum endgültigen Bruch kam es, als die Delegierten auf die traditionelle bügerliche Zusammenarbeit für die kantonalen Wahlen vom vergangenen 6. April verzichteten. Der Zwist hat den Bürgerblock insgesamt geschwächt. Die SVP konnte bei den Wahlen ihren Besitzstand zwar wahren, die FDP hingegen büsste 6 Sitze ein.

Damit verloren die beiden Parteien die absolute Mehrheit im Kantonsparlament. Profitiert haben die SP mit 10 und die Grünen mit 3 Sitzgewinnen. Dies soll sich im Herbst nicht wiederholen. Vor allem für die FDP könnte es aber erneut eng werden. Sie muss die abtretende Ständerätin Vreni Spoerry ersetzen.

Als Gegner der FDP-Kandidatin Trix Heberlein schickt die SP mit dem ehemaligen Zürcher Stadtpräsidenten Josef Estermann einen aussichtsreichen Kandidaten ins Rennen. (sda)

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