«SVP hat uns einen Gefallen getan»
Secondo Andrew Katumba kandidiert für den Nationalrat und gibt auf den Wahlplakaten die Antwort auf die SVP-Kampagne
«Wenn sich immer mehr Schweizer wie Neger fühlen, dann braucht der Nationalrat endlich einen echten.» Mit diesem Zitat macht der dunkelhäutige Produktemanager Andrew Katumba auf dem Plakat der Liste Secondas Plus auf sich aufmerksam. Das Ganze ist auch eine Reaktion auf die SVP-Kampagne, die mit dem Slogan «Wir Schweizer sind immer mehr die Neger» provoziert.
Sie antworten auf die SVP-Kampagne, indem Sie als «echter Neger» auf dem Plakat der Liste Secondas Plus posieren. War das Ihre Idee?
ANDREW KATUMBA: Die Idee stammt von unserer Kommunikationsagentur Hochspannung GmbH. In den Medien hört man seit kurzer Zeit, dass in der Politik mit härteren Bandagen gekämpft wird. Diese Entwicklung finden wir beängstigend. Realpolitik kann man nicht mit Schlagworten führen. Wir nehmen das Inserat der SVP deshalb bewusst ein wenig auf die Schippe.
Sie kokettieren mit dem Wort «Neger»in Ihrer Kampagne. Für Sie selbst ein rassistischer Ausdruck?
«Neger» ist ein rassistischer Ausdruck - da besteht kein Zweifel. Jedoch gibt es bei uns einige Redewendungen, die nichts mit Rassismus zu tun haben. Ich selbst wurde zum Glück nie Opfer von Rassismus und Ausgrenzung. Mit ein Grund ist sicherlich, dass ich mich gewandt in unserer Sprache ausdrücken kann. Denn wehren kann sich nur jener, der die anderen versteht.
Die SVP hat Ihnen wohl auch einen Gefallen getan. Jetzt können Sie auf sich und Ihre Liste noch besser aufmerksam machen.
Ganz recht. Wir hatten andere Sujets geplant. Diese erscheinen nun im Verlauf des Wahlkampfes. Wir möchten die Gunst der Stunde nutzen, um auf unsere ernsten Themen aufmerksam zu machen. Wir möchten den Schweizern die Angst vor den Fremden nehmen. Man kann nicht einfach 1,5 Millionen Ausländer rauswerfen. Machen wir sie zu guten Schweizern.
Was darf man von Ihnen erwarten, falls Sie in den Nationalrat gewählt werden?
Dann werde ich für eine vernünftige Politik einstehen, die Probleme angeht. Ich werde mich auch für den Naturschutz einsetzen, denn ich bin ein begeisterter Wanderer.
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08. September, 2003 um 17:12
wähled dä mönsch
02. Dezember, 2003 um 12:04
jawoll