Meinungsfreiheit
auch wenn verspätet- aber unbedingt:
Oder: wenn Einer eine Reise tut, dann hat er viel zu erzählen.
Die Meinungsfreiheit. Sie ist ein hohes Gut, unbestreitbar. Seit einiger Zeit, allerdings, liegt mir das Wort schnell schwer auf dem Magen. Kommt es doch neuerdings immer aus der selben Ecke. Von Rechts. Manchmal von einer,etwas zu fett angeschriebenen, Mitte, die keine ist. Und immer gibt sie sich den Anschein rechtens zu sein. Da reiste jüngst ein Herr nach Ankara und äusserte frei seine Meinung zur Meinungsfreiheit und nicht nur das. Ein feiner Herr: volksnah, direkt, aufrichtig, mutig und zudem demokratisch gewählt. Er sprach zu den Herren der Regierung und der Medien dort, erzählte nette Anek-Toten, und liess es sich nicht nehmen zu brillieren. Derjenige zu sein, der die diplomatischen Verstimmungen, zwischen seinem und dem Gastgeberland, mit links wegwischen kann, schien ihm gerade gut genug. Mit rechts, übrigens, er ist Rechtshänder.(?) Ein Bückling vor des Gastgebers Gesinnung, ein Affront an sein eigens Volk, ein Witzchen auf Kosten der Armenier… Wie hoffnungsfroh erwarten wir nun hier den Gegen-Besuch. Mann geschäftet wieder und alles wird gut. Auch die Pressekonferenz bei der Rückkehr seiner Majestät, Oberbonz und Volkstribun B. war von erster Sahne. Man muss sich das wirklich auf der Zunge vergehen lassen: Der Herr Justizminister habe im Ausland nur genauso laut gedacht wie ansonsten zuhause. Lustig sei, dass ihm anscheinend erst jetzt jemand zuhöre. Interessant, auch der Inhalt seiner lauten und freien Gedanken: Ihm bereitet das Antirassismusgesetz hier zu Lande und Wasser Bauchschmerzen, es beschneide die freie Meinungsäusserung. Schliesslich sei es einmal gedacht und in Kraft gesetzt worden, um Leugner des Holokaust rechtlich belangen zu können, und nie und nimmer um,zum Beispiel, namhafte türkische Historiker zu diffamieren, die unser Land bereisen. Nun, freie Meinung in Ehren, auch ich habe eine: Wer irgendeinen Völkermord leugnet, verfälscht bewusst die Geschichte. Wer jemanden verteidigt, der aktiv und öffentlich Propaganda und Agitation betreibt, ist nicht nur Mittäter sondern übersieht auch wesentlich die Gefahr für den inneren Frieden in unserem Land. Wer in seinem Amt als Bundesrat im Ausland sich anbiedert, die eigenen, vom Volk anerkannten, Gesetze lächerlich macht und den Täter reinzuwaschen sucht, strapaziert nicht nur unseren Langmut… Er ist seines Amtes unwürdig. Die Rote Karte, mein Herr. Zu Mehr reicht meine Freiheit nicht… Ah, doch: bleiben Sie doch einfach das nächste Mal zuhause, wenn die Bauchschmerzen zuschlagen.
und der langfädige Film dazu: http://www.youtube.com/watch?v=MMcMduhrblo
Dieses Thema im Forum diskutieren.Ähnliche Artikel:
28. Dezember, 2006 um 05:24
Die Musik im FilmLink ist gut.
Der Rest naja
Zum Textbeitrag:
Freie Meinungsäusserung will nur verbieten wer etwas verbergen will. Oder liege ich da falsch.
Die freie Meinung zu äussern kann man den Leuten wohl verbieten. Jedoch die Gesinnung zu unterdrücken gelingt mit solchen Gesetzen ganz sicher nicht. Damit wird höchstens das Gegenteil erreicht.
Aber das wollen die Linksguten Schwätzer halt nicht wahrhaben! Gäll
cu Tell