Not macht SVPler erfinderisch
Der Bündner SVP-Ständerat Christoffel Brändli versteht von Umwelt- und Energiepolitik nicht die Bohne. Dies hindert ihn aber nicht daran beim Bundesrat einen äussersten smarten Vorschlag einzureichen wie die Schweiz, die von der Atomlobby heraufbeschworene Energielücke, schliessen kann.
Zur Abdeckung der sich abzeichnenden Versorgungslücke soll der Bund “an bestgeeigneten Standorten die Gasgewinnung aktiv fördern”. Diese Idee ist, wie die meisten SVP-Ideen, geradezu brillant! Warum bloss ist noch kein linker Ökofuzzi darauf gekommen? Weshalb schweigen all die Energieexperten? Wenn Schweizer Gas aus Schweizer Boden fördern, werden wir unabhängig von den bösen Bolschewisten, denkt sich der kluge SVPler und vergisst dabei, dass Gasgewinnung in unserem Ländle ein höchst unergiebiges Geschäft ist. So lässt sich denn auch der Ton erklären, mit dem der Bundesrat den Notstandsplan des SVP Politikers zerzaust. Die Regierung schreibt, dass bisher lediglich in Finsterwald LU “eine kleine Menge Gas” gefördert wurde, “jedoch mit einem Verlust von 27 Millionen Franken”. Und weiter: “In der Schweiz wird seit Ende des 19. Jahrhunderts nach Kohlenwasserstoffen gesucht. Zu diesem Zweck sind bisher rund 40 Bohrungen durchgeführt und mehr als 300 Millionen Franken investiert worden. Swisspetrol, die Dachorganisation der Öl- und Gassuche, wurde 1994 nach rund dreissig Jahren Exploration liquidiert. Der Bundesrat sieht daher von einer finanziellen Unterstützung für die Erdgasgewinnung ab.”
Quelle: Tagi
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