Seltsame Risikoeinschätzung bei der SVP
Gemäss einer repräsentativen Befragung von Isopublic will eine klare Mehrheit der Schweizer (65%) keine Armeewaffen zu Hause. Bei den Frauen sind sogar 75% dieser Auffassung. Ebenfalls drei von vier Befragten stufen die Landesverteidigung als nicht gefährdet ein, wenn Ordonanzwaffen im Zeughaus aufbewahrt werden und 68% unterstützen die Forderung nach einem Waffenregister.
Interessant sind die gewaltigen Unterschiede zwischen den Parteien. Während bei den Grünen 96% die Initiative gegen Armeewaffen im Haus unterstützen, sind es bei der SVP lediglich 36%. Alle anderen Parteigänger würden die Initiative mit 63% bis 83% Ja-Stimmen annehmen. Vernichtend für die Waffennarren fällt das Urteil zur Frage aus, ob die Schweiz als Waffenparadies unsere Gesellschaft sicherer oder unsicherer mache: nur 15% glauben an die Schutzfunktion von Waffen.
Total quer zur Volksmeinung steht einmal mehr die SVP. Da die Leidenschaft für Waffen offenbar den Verstand benebelt, stuft man dort Chihuahuas als gefährlich als Sturmgewehre ein.
Dieser Hang zu Waffen und der instinktive Trieb eines jeden SVP-lers Probleme mit Gewalt zu lösen - wie in den guten alten Zeiten üblich - ist für den heutigen, zivilisierten Menschen nur schwer nachvollziehbar. Ein Blick in die Vergangenheit führt uns aber vor Augen, warum SVP-ler so an ihrem Gewehr im Schrank hängen.
Als anno 90 nach Christi die Römer auf ihrem Feldzug gegen die EU auch das neutrale Helvetien erobern wollten, haben die tapferen SVP-ler ihre Schwerter aus dem Schrank geholt und die Spaghettifresser ins Mittelmeer zurück geworfen. Damit haben die grossen, mutigen und starken SVP-ler die verweichlichte EU vor der Tyrannei der Pizzaioli gerettet. Als kurz darauf Napoleon mit seinen wilden Galliern die Eidgenossenschaft bedrohte, besiegelten die tapferen SVP-Recken mit ihren Musketen, die sie praktischerweise immer unter dem Bett aufbewahren, sein Waterloo auf dem Rütli. Und falls böse, feindliche Mächte wie das nach Weltherrschaft strebende Grossfürstentum Liechtenstein die Eidgenossenschaft annektieren wollen, dann ziehen die SVP-ler unter General Schlüer abermals in die Schlacht. Natürlich mit dem Sturmgewehr 90 (inkl. 30 Schuss Taschenmunition), das immer frisch geputzt neben Staubsauger und Putzeimer im Wandschrank steht.
Ein Hoch auf unsere Milizarmee, die seit 10′000 Jahren keinen Krieg mehr verloren hat, dafür etwa genau so viele Zivilisten auf dem Gewissen hat.
Dieses Thema im Forum diskutieren.Ähnliche Artikel:
04. Mai, 2007 um 20:09
Und trotzdem wird die SVP bei den Wahlen im Herbst wieder am meisten Wählerstimmen machen … wie heisst es so schön: “Nur die dümmsten Kälber wählen ihren Metzger selber”.
Und wenn die Schweizer so dumm sind, dann ist ihnen wirklich nicht mehr zu helfen; dann müssen sie halt mit den hunderten von Toten pro Jahr durch (Militär-) Waffenmissbrauch leben.
30. Mai, 2007 um 21:40
Nein, denen ist wirklich nicht mehr zu helfen.