Bildungspolitik ā la SVP
Gemäss SVP Zürich soll der neu in die Regierung gewählte Markus Kägi neuer Bildungsdirektor werden. Eine weise Entscheidung, ist die SVP doch seit über 15 Trillionen Jahren als profunde Bildungspartei bekannt. Genau genommen interessiert man sich natürlich erst seit den negativen Medienberichten über Zürcher Schulen für die Bildungsdirektion, aber immerhin weiss nun auch die SVP, was “Bildung” heisst.
SVP-Parteipräsident Hansjörg Frei schlägt ganz neue Konzepte für Schweizer Schulen vor. Um die Probleme zu lösen, wird einfach die Hälfte des Lehrkörpers (alle die SP oder Grüne wählen) entlassen; vor 100 Jahren ging’s ja auch bestens mit 40 oder mehr Schülern in einem Klassenzimmer. Das eingesparte Geld wird dann in Polizei Sonderkommandos gesteckt, die sich aus JSVP und PNOS Mitgliedern rekrutieren und Tag und Nacht auf sämtlichen Pausenplätzen patrouillieren. Diese Elitetruppen, von Panzerbrigaden und FA-18 Kampfjets aus der Luft unterstützt, schiessen sofort auf verdächtige Subjekte wie Hip-Hoper oder Sozialarbeiter.
Die Schule beginnt morgens um 5 Uhr. Zuerst wird die Schweizer Fahne gehisst, dann die EU Fahne verbrannt. Dieses Ritual wiederholt sich täglich, zwecks Steigerung des Zusammengehörigkeitsgefühls. Dem gleichen Ziel dient auch das allmorgendliche Intonieren der Nationalhymne vor der ersten Lektion.
Und weil früher bekanntlich alles besser war, wird die Prügelstrafe ab Stufe Kindergarten als Sofortmassnahme wieder eingeführt. Renitente Ausländer werden zurück in den Dschungel geschafft mitsamt der Familie, schliesslich ist die 7-jährige Schwester mitschuldig, wenn der 13-jährige Brüetsch en Schiisdäck macht.
Überflüssiger Ballast wie Logopäden und Schulpsychologen wird ebenso über Bord geworfen, wie unnütze Integrationskurse oder ökonomisch unrentable Fächer wie Zeichnen, Musik, Turnen, Philosophie, Latein, Kochunterricht, Handarbeit, Geschichte oder Geographie. Biologie bleibt, die Evolutionstheorie wird aber natürlich durch die viel stringentere Schöpfungslehre ersetzt. Im Religionsunterricht wird endlich wieder gelehrt, dass nur die christliche Religion die einzig richtige ist und die freiwilligen Sportkurse werden durch obligatorische Schiessübungen (natürlich nur für Jungs) ersetzt.
Eine tragende Rolle im SVP-Schulkonzept nimmt der Staatskundeunterricht ein: dort lernt der Nachwuchs welches die einzig wahre Partei ist und warum die Linken die Schweiz zerstören. In jedem Klassenzimmer hängt sodann ein 3×3 Meter grosses Portrait des Führers. In jeder Pause wird niedergekniet und dem Retter der Eidgenossenschaft gehuldigt.
Unser Christoph
der du bist im Bundesrat
geheiligt werde dein Name
deine Wiederwahl komme
wie im Parlament
so auch im Bundesrat.
Unser tägliches NEIN gib uns heute,
und vergib uns unserer SP
wie auch wir vergeben der FDP,
und führe uns nicht in die EU
sondern erlöse uns von dem Leuenberger,
denn dein ist der Bundesrat
und die SVP und die Mehrheit
in Ewigkeit.
Amen.
Dieses Thema im Forum diskutieren.Ähnliche Artikel:
27. April, 2007 um 09:59
grautuliere. der text trift den nagel auf den kopf. ich denke, der svp ist die schule so etwas von scheissegal. aber als erste und einzige partei setzen die national-zentriker auf die überalterung der gesellschaft. mit “die bösen jungen in den senkel stellen” und “nach uns die sintflut (sprich ökokatastrophe)” lassen sich rein demographisch immer mehr wähler gewinnen. darum werden altersheime vor wahlen systematisch bearbeitet. durschnittsalter am buurezmorge tendiert gegen 100. andere parteien z.b. die sp versuchen noch immer den kinderlosen trendigen innenstadt-hedonisten zu gewinnen.
05. Mai, 2007 um 19:38
Ja, dies trifft den Nagel allerdings auf den Kopf, und zwar so, dass dieser in einem Schlag passt!
Es ist so, dass der SVP alles egal ist, solange es ihnen gut geht.
Die SVP scheut die Problemlösung, also schiebt sie die ganze Schuld den Ausländern, jungen u.s.w in die Schuhe.
Viele Jugentliche sind arbeitslos, die SVP sagt: Die Ausländer sind schuld.
Ich habe eine Lösung für das Problem: Die Leute mit 60 pensionieren, dann kämen die Jungen besser ran und so währe beiden geholfen.
Die älteren Menschen hätten früher ihre Ruhe und die Jungen hätten mehr Arbeit!
Aber eben, warum ein Problem lösen, wenn man die Schuld doch einfach den Ausländern in die Schuhe schieben kann! SVP halt.
16. Oktober, 2007 um 22:56
Respect… hetts nöd chönä besser schriibä.. ich probieres dä lüüt ebe au gad klar z’machä dases d’svp en dräck interessiert was mit anderä lüüt passiert.. hauptsach sie mached stüürgschänker für die riichä und lönd d’bildig im stich.
peace