Die Gewohnheit der SVP zum Missbrauch

Der Tages-Anzeiger titelt heute «Die Liebe der SVP zum Missbrauch». Im Artikel wird das überaus erfolgreiche Politmarketing der SVP betrachtet. «Ueli Maurer positioniert seine Partei konsequent als SVPM, als Schweizerische Volkspartei gegen den Missbrauch.» Fast scheint es, das einzige Thema der SVP der letzten 15 Jahre laute Missbrauch und noch einmal Missbrauch: Sei es Asylmissbrauch, Invalidenversicherungsmissbrauch, Sozialhilfemissbrauch oder Bürgerrechtsmissbrauch, die SVP kämpft stets gegen Minderheiten wie Ausländer, Arme oder Behinderte, also immer Menschen am Rand der Gesellschaft.

Dies tut sie nicht ohne Grund. Parteichef Ueli Maurer weiss nur zu gut: «Der Missbrauch ärgert die Leute, wenn sie das Gefühl haben, andere haben mehr als ich selbst.» Die SVP spielt so Teile der Gesellschaft geschickt gegeneinander aus, indem sie die Parole des vermeintlich allgegenwärtigen Missbrauchs jahrelang wiederholt, bis die Saat aufgeht. So erstaunt es nicht, das nach und nach die Relationen verloren gehen.

«Während es die Schweizer Privatversicherungen als zwingende Begleiterscheinung ihrer Geschäfte werten, dass die Kunden rund zehn Prozent der Schadenszahlungen missbräuchlich beziehen, gelten die fünf Prozent Missbräuche im Zürcher Sozialdepartement als Skandal, zumindest aus der Optik der SVP.»

Das gleiche gilt für die Invalidenversicherung. Im Vorfeld der Abstimmung konnte man über geschätzte Missbrauchquoten von 2 bis 8 Prozent lesen, auch hier wäre jede Privatversicherung froh um solch tiefe Werte. Die SVP verstand es wiederum die Zahlen nach ihrem Gusto zurecht zu biegen. Am Schluss stand für fast 60% der Schweizer fest, dass der Zugang zur IV erschwert werden muss (ohne dass dabei auch die Unternehmen gesetzlich in die Pflicht genommen werden), um dem verhältnismässigen geringen Missbrauch einen Riegel zu schieben. Die faktenfreie Missbrauchs-Propaganda hat sich für die SVP somit ausbezahlt, dass der existierende Missbrauch aber bei weitem nicht das Hauptproblem ist, ging in der Propagandawalze einmal mehr unter. Dabei ist auch der SVP sünneliklar, dass die Gründe der IV-Verschuldung komplex und vielfältig sind, Wahlkampf lässt sich nun mal aber leichter mit einfachen Schlagwörtern wie Missbrauch, Balkanisierung oder Scheininvalide betreiben.

Quelle: Tagi

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  • 6 Kommentare zu “Die Gewohnheit der SVP zum Missbrauch”

    1. dan schrieb:

      und das schlimmste daran, wie leicht sich Herr und Frau Schweizer bescheissen lassen!

    2. einLinker schrieb:

      Ja, da muss man nicht viel können, um die zu bescheissen!

    3. St. Patrick schrieb:

      wie wahr. den dummen gehört die welt. auch die klugen werden aussterben: wahrscheinlich wegen intelligenz missbrauches

    4. Spaghetti Monster schrieb:

      dan, wie meinst du das jetzt genau?
      Bescheissen lassen von der SVP oder bescheissen lassen vom Sozialleistungenmissbraucher?

    5. m schrieb:

      @einLinker

      Man muss überhaupt nicht viel können um ein Volk zu bescheissen, verarschen, missbrauchen und es in die Irre zu führen. Erinnere Dich nur mal etwa 75 Jahre zurück, da haben ein paar braune Hemden Millionen von Deutschen in ein mehr als 15 Jahre dauerndes Elend geführt.

      Dagegen müssen wir aufstehen, unsere Stimme erheben, auf die SVPler zeigen und rufen: Das sind die wahren Missetäter.

    6. einLinker schrieb:

      @ m
      Ja, ich bin genau deiner Meinung. Die SVP verarscht uns dauernd. Ich kenne einige Leute, die mit der SVP einer Meinung sind und dieseträumen sich irgend eine Welt, die es nicht gibt. So behaupten sie, den Flüchtilingen ginge es besser als uns! Sorry, aber ich wusste schon im Kindergarten, dass dies unmöglich sein kann!

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