Millionen für zwei Prozent

Für alle jene, die den Wahlen 2007 doch noch etwas Positives abgewinnen wollen:

* Goodbye Ulrich Schlüer
SVP Hardliner Ulrich Schlüer, treibende Kraft hinter der Anti-Minarett Initiative, Herausgeber der braun angehauchten “Schweizerzeit” und verantwortlich für die Hetzkampagne gegen Muslime (144% Muslime), ist abgewählt. Die Endlösung in Sachen Muslime muss wohl temporär verschoben werden.

* Millionen für zwei Prozent

Trotz millionenschwerer Propaganda, fremdenfeindlicher Rhetorik, populistischen Wahlversprechen und Führer Christoph Blocher als Galionsfigur bleibt die NSVP über 20% unter der absoluten Mehrheit. Noch schlimmer: Die Wachstumskurve der NSVP, eine typische S-Kurve, befindet sich in der Sättigungsphase. Nach kleinen Gewinnen 1991 folgten die grossen Siege 1995 (+4 Sitze) und vor allem 1999 (+15). Doch bereits vor vier Jahren schwächte sich das Wachstum langsam ab (+11 Sitze) und mit der derzeitigen Wachstumsrate von zwei Prozent (+7 Sitze) dauert es noch geschlagene 40 Jahre bis zur alleinigen Machtübernahme der NSVP. Übrigens, die Grünen (ohne Grünliberale) haben mit geschätzt 100 Mal geringerem finanziellem Aufwand auch um 2% zugelegt!

* Ueli Maurer ist nicht Ständerat
Trotz freundlicher Unterstützung der liberalen FDP wird der konservative Ueli Maurer (vorerst) nicht Ständerat. Der SVP-Sitz könnte daher im zweiten Wahlgang an die Grünliberalen verloren gehen. Warum Liberale einen Konservativen, anstatt einer Grünliberalen unterstützen, wissen die vielleicht doch “Weichsinnigen” wohl selbst nicht so recht.

* Grüne und Grünliberale im Aufwind
Grüne (+7) und Grünliberale (+3) gewinnen zusammen 10 Sitze im Parlament. Ein kleiner Hoffnungsschimmer für den Klimaschutz und kommende umweltrelevante Abstimmungen. Zum Vergleich gewinnt die SVP deren 7 Sitze und die SP verliert 9. Die Schweiz wird grüner, aber auch konservativer. Die Sitzgewinne der Grünen wiegen die SP-Verluste nicht ganz auf und die Grünliberalen Gewinne können die Verluste der FDP nicht kompensieren, links-liberal verliert.

* Schwarzer Asylbewerber macht Schweizer Politik

Ricardo Lumengo - SP-Grossrat und Bieler Stadtrat - ist der erste Schwarze im Schweizer Parlament. Der 45-jährige Lumengo kam 1982 als Asylbewerber aus Angola in die Schweiz.

* Frauen auf dem Vormarsch im Parlament
Das neue Parlament ist weiblicher, statt 50 sitzen neu 59 Frauen im Parlament, was einer 30% Quote entspricht. Zumindest links der Mitte sind die Wahlen für viele Frauen sehr erfolgreich verlaufen. Die Grüne-Fraktion besteht nun zu 50% aus Frauen, bei der SP sind 42% der Abgeordneten weiblich und selbst die Männerpartei SVP konnte ihre Frauenquote mit neu 13% verdoppeln oder war dies eher ein Unfall?

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  • 12 Kommentare zu “Millionen für zwei Prozent”

    1. Jeremy schrieb:

      Leider muss ich Euch enttäuschen:) Herr Schlüer wird wohl in Bern bleiben, weil nämlich Ueli Maurer den Einzug ins Stöckli schaffen wird und er nachrücken wird:)
      Hahahahahaahaha schön geschissen nicht wahr?
      Und 2 Prozent sind wohl ziemlich viel Gewinn auf die ganze Schweiz gemünzt… Da seid ihr einfach nur sprachlos…möchte eure Fratzen sehen:)

    2. sacktritt schrieb:

      Hi, Jeremy! Schadenfreude und Häme sind mieses Verhalten. Man muss eben nicht nur verlieren, sondern auch gewinnen können. Mal sehen, was deine Schreihälse in den nächsten 4 Jahren an Respekt gegenüber Andersdenkenden und an mehrheitsfähigen Lösungen zu bieten haben.

    3. Kugelfänger schrieb:

      Er hat trotzdem recht, ihr spastis!

    4. sacktritt schrieb:

      Jetzt muss die SP einfach das enorme Potential nationalistischer Wähler zurückgewinnen, dann sieht’s in 4 Jahren schon wieder anders aus (siehe SPAM, Satire @ SPIEGEL online):

      http://www.spiegel.de/spam/0,1518,511971,00.html

    5. sacra schrieb:

      ich hab mal die rechnung gemacht, was sich die svp eine stimme kosten lässt :-) unglaublich. die grünen haben den selben effekt mit ca fr 70 000.-
      erreicht. die medien müssen nun noch ihre inseratenmillionen abverdienen und feiern den “sieg” der svp. ich seh den sieg nicht.

      grün rot ist genau so stark wie zuvor.

      und zudem hat die svp eine klärung vorgenommen: sie hat sich mit cb zum fenster hinausgelehnt. sozusagen eine volkswahl für blocher veranstaltet. ich stelle fest: blocher hat 30% der stimmen erhalten. er ist somit abgewählt. 60% haben ihn NICHT gewählt.

      natürlich wird er nun nicht die die konsequenzen ziehen. das tut die svp nie. sie reden schön.

      (ihre taktik war ja, einen erdrutsch mit ihm zu erreichen. das ist mitnichten gelungen. aber sie feiern nun die 2% als erdrutsch. schliesslich haben sie das ihren schäfchen versprochen)

      ich finde die verschiebung des fokus nach grün gar nicht so schlecht. die sp kann sich in ruhe neu orientieren. was auch nötig ist. die kraft im parlament bleibt indessen unverändert.

      tja. liebe svp-ler. dumm gelaufen..:-)

    6. Darth_Revan schrieb:

      “Er hat trotzdem recht, ihr spastis!”

      Würde mich wundern wenn du überhaupt weisst was ein Spasti ist…

      P.S: Schon mal aufgefallen das immer nur die SVPler einen beschimpfen? Ich habe noch keinen linken Kommentar gelesen der einen Rechten so direkt angreift.

    7. shortx schrieb:

      “Schon mal aufgefallen das immer nur die SVPler einen beschimpfen? Ich habe noch keinen linken Kommentar gelesen der einen Rechten so direkt angreift. ”

      Dies ist auch unterste Schublade.Weshalb müssen/sollten/dürfen wir behinderte Menschen, oder aber auch generell andere Minderheiten unseres doch ach so schönen Schweizer Volkes, wie zum Beispiel Religiös oder auch Geschlechtilch anderst Orientierte, diskriminieren?

      Deshalb:

      Unterstützt Blocher und seine Partei, welche uns vor jeglichen Strafen, wegen kleinen rassistischen Bemerkungen schützt und unserer Schweiz ein gutes Image verschaffen, zumindest für jene, welche sich bereits mit unsrem Blochi angefreundet haben. Die Partei die auch ein gutes Image gegen aussen schafft. Zumindest mehr oder weniger ;-)

    8. ASDF_FDSA schrieb:

      Ob Schlüer in den Nationalrat kommt hängt davon ab, ob Ueli_dä_Puur es in den Ständerat schafft.

      Und das wird hoffentlich nicht passieren, immerhin sind wir 70 %.

    9. molotov schrieb:

      Willkommen zurück ulrich schlür. durch den entscheid gallade in den zweiten wahlgang zu schicken hat sich die sp (schon wieder) versagt. ueli maurer verhindern sieht für mich anderst aus.

      @ ASDF_FDSA: 70% minust Stimmen übrige Rechtsparteien (SD, etc.) minus Stimmen FDP minus einige Stimmen CVP minus Stimmen verärgerter GLPler = nicht sehr viele Stimmen für Gallade

    10. sacktritt schrieb:

      Natürlich. Aber bis es so weit ist, werden nochmal ein paar Hunderttausender für neue Plakate verblödelt. Sicher ist sicher. Mein Vorschlag für den Slogan: “Blocher eine Freude machen - Ueli wählen!”. Na gute Nacht.

    11. sacra schrieb:

      tja. die wahlen sind vorbei. die svp versucht ihr nicht erreichtes ziel nun auf andern wegen noch einzufahren. mörgeli dreht im roten bereich und verkündet für die nächsten jahre “eine konservative revolution”. sprich, kuhglockenglückseeligkeit ohne kinderkrippen. anderer seit den puren neoliberalismus, also uneingeschränkter “markt” für geldwäscher und finanzspekulanten. schizophrenie pur. mörgelis psychischer zustand. (ist ja nicht fähig seine familie zusammen zu halten…fg)

      eingschränkt wird der freie freie freie markt bloss dort, wos blochers familienimperium (oder den geschäften seiner halbseidenen gesinnungsgenossen ) schaden könnte. nachdem die lieben bauern mit und für ihn nach bern gezottelt sind, um die schweiz zu retten, fällt ihnen blocher (wie das für ihn ja üblich ist) in den rücken. er will die parallelimporte rückgängig machen. im argrarbereich. die bauern sollten bitte schön den chemischen schmarren weiterhin exklusiv bei ems kaufen müssen. zu massiv überhöhten preisen…

      tja. schafe werden immer vom wolf gefressen….

    12. Netzweber schrieb:

      Nachdem ich diese Seite gesehen habe, dachte ich mir einfach, ich muss euch helfen:

      Das Wort “Spasti” ist als herabsetzender Ausdruck für Körper- oder Geistesbehinderte im Gebrauch. Es wird darüber hinaus auch gegenüber Nichtbehinderten als Schimpfwort verwendet. Der Verwender zeigt dem so Bezeichneten an, dass er ihn als dumm oder ungeschickt einstuft. In der Regel wird mit dieser Art Verwendung von “Spasti” keine Herabwürdigung der spastisch Gelähmten verbunden.

    Kommentar: