Sektenexperte SVP-Wahlsieg
Sektenexperte Hugo Stamm kommentiert in seinem Blog den Wahlsieg der Sehr Verdächtigen Partei.
Die populistischen Schlagworte haben gewirkt. Die Strategie von Christoph Blocher und seinen Mannen ist aufgegangen. Die Reduktion der Weltsicht auf einfache Schlagworte hat verfangen. Fast wie bei Sekten, bin ich beinahe gewillt zu sagen. Immer schön eine Bedrohung stipulieren, einen angeblichen Feind an die Wand malen, die Angst nach aussen projizieren und die wichtigen Fragen ausklammern. Und dann mit Millionenkampagnen einen Heilsbringer präsentieren. („Wer Blocher stärken will, wählt SVP.“)
Wer das Buch “Die Mitte des Volkes” über die SVP-Wähler gelesen hat, weiss wie recht Herr Stamm mit seinem Kommentar hat. Früher sorgte der Pfarrer für Trost, wenn es Probleme gab, heute kommt der lokale SVP-Präsident vorbei und verspricht die heile Welt, wenn man sich in der SVP engagiere. Bei anderen reicht für eine Erleuchtung bereits ein charismatischer Fernsehauftritt des heiligen Christopherus.
Dramatisch ist, dass die SVP vor allem bei den Schwachen und Unterprivilegierten Stimmen holen konnte. Das mangelnde Bewusstsein für die politischen Zusammenhänge trieb diese Wählerschichten in die Arme der Volkspartei. Diese profitierte von der Abneigung gegenüber Ausländern. Unterprivilegierte neigen dazu, die Ursache ihrer Probleme bei den noch Schwächeren zu orten. (..) Viele unterprivilegierte SVP-Wähler realisieren nicht, dass die Volkspartei eigentlich eine Bonzenpartei ist. Sie will Steuersenkungen für Reiche, die Wirtschaft einseitig begünstigen, den Abbau von Sozialleistungen durchdrücken, die Aufhebung des Krankenkassenobligatoriums vorantreiben, die Heraufsetzung des Rentenalters durchsetzen usw. Das sind alles Postulate, die Reiche auf Kosten der Armen privilegieren. (…) Auch dies ist ein Sektenphänomen: Die SVP-Gläubigen erhoffen sich die grosse Freiheit, handeln aber gegen die eigenen Interessen.
Quelle: Tagi
Der Führer wird verehrt, Kritik an ihm grundsätzlich nicht geduldet und Widersprüche zur eigenen Meinung wie z.B. Steuergeschenke an Reiche oder die Heraufsetzung des Rentenalters werden aus der Wahrnehmung selektiv rausgefiltert. Psychologen sprechen hierbei vom Phänomen kognitiver Dissonanz, was dazu führt, dass sektenartige SVP-Wähler die Widersprüche im Parteiprogramm der SVP nicht wahrnehmen. Selektive Wahrnehmung in diesem Kontext meint nichts anderes, als das Verdrängen nicht zur eigenen Meinung passender, unangenehmer Äusserungen bei gleichzeitigem betonen der passenden und daher als angenehm empfundenen Äusserungen oder Handlungen um kognitive Dissonanz zu vermeiden. Anders gesagt, die SVP kann munter gegen die Interessen ihrer Unterschicht-Anhänger politisieren und niemand wirds merken, da ein paar fremdenfeindliche Plakate auch vor den Wahlen 2011 die Schäfchen in die Arme der SVP-Sekte treiben werden, dies so sicher wie das Amen in der Kirche.
SVP = Sektenpartei?
* SVP - Die Sekte für Debile
* The Da Blochi Code
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23. Oktober, 2007 um 11:09
Blocher ist ja Sohn eines Pfarrers - Ironie, Schicksal oder sogar Prädestination?
23. Oktober, 2007 um 16:05
Was für ein WUNDERschönes Wochenende. Mir geht es SUPER! Ich möchte mich bei Euch LINKS Chaoten danken für den 6. Oktober, denke es hat geholfen. Super bis bald…
23. Oktober, 2007 um 17:06
“Einen angeblichen Feind an die Wand malen”
- Dann sind die gewalttätigen Ausländerbanden, die durch unsere Strassen ziehen, wohl auch nur ‘angebliche’ Feinde?!
Ich freue mich schon drauf, wenn Leute, die diese Meinung vertreten, mal ein paar ‘angebliche’ Fäuste von ‘ner Türkenbande kassieren.
Aber da die Leute, für die die Ausländergewalt ein erfundenes Problem ist, ohnehin nur zuhause sitzen und nach zehn Uhr nicht mehr auf die Strasse gehen, wird das wohl nicht geschehen…
“Das mangelnde Bewusstsein für die politischen Zusammenhänge trieb diese Wählerschichten in die Arme der Volkspartei”
- Ich denke zwar nicht, das dies tatsächlich zutrifft, aber das lässt sich leider nicht beweisen.
Aber ich denke, jeder Mensch - egal ob intelligent oder nicht - stellt sich auf die Seite der SVP, wenn er schonmal Opfer von Ausländergewalt geworden ist.
Bestimmt gibt es viele, die sich nur über die Ausländerpolitik Gedanken machen und sich nicht über die Ansichten der SVP in anderen Punkten (Familienpolitik etc.) informieren.
Man sollte dabei aber nicht vergessen, dass das Volk in der Schweiz immer noch das letze Wort hat; d. h. ich kann die Ausschaffungsinitiative unterschreiben, die SVP wählen und trotzdem die Klima- oder Familienpolitik der SVP ablehnen.
23. Oktober, 2007 um 19:42
Ach J, Du freust dich, wenn Leute zusammengeschlagen werden…
“ich kann die SVP wählen und trotzdem die Klima- oder Familienpolitik der SVP ablehnen.”
Nur bei allzu grossen und allzu wahnsinnigen Sachen, wie bei der Avanti-Initiative. Bei nicht ganz so grossen Sachen hast du nur deine Wählerstimme. Abstimmen konntest du zum Beispiel nicht über die Kürzung der ÖV-Gelder, welche die SVP und FDP durchgeboxt haben.
23. Oktober, 2007 um 19:58
@J
Und ich denke, jeder Mensch - egal ob intelligent oder nicht - stellt sich gegen die SVP, wenn er schonmal Opfer von Nazigewalt geworden ist.
Immer wieder verwunderlich, wie Leute, die Kriege in aller Welt - ob bewusst oder unbewusst - unterstützen, schauen, wenn die Gewalt, welche sie angezetelt haben, auf einmal vor den eigenen Augen, vor der eigenen Haustür stattfindet, wie vo 2 Wochen in Bern.
23. Oktober, 2007 um 20:05
- Normalerweise freue ich mich nicht darüber, dass Leute abgeschlagen werden.
Ich finde es eben total naiv und dumm, zu behaupten, es gäbe keine Ausländergewalt.
Da würde es mich ehrlich freuen, wenn genau die Leute, die behaupten Ausländergewalt existiere gar nicht, auf einmal Opfer davon würden.
Vielleicht würden sie dann erwachen.
23. Oktober, 2007 um 21:57
“stellt sich gegen die SVP, wenn er schonmal Opfer von Nazigewalt geworden ist”
Vielleicht ist das Problem auch, dass die Schweiz die erwähnten Vorgänge nur aus den Medien, nur vom HörenSagen kennt. Die Schweiz ist wohl eines der wenigen alt-europ. Nationen, die es immer noch nicht voll und ganz fertig bringt, ihre Vergangenheit in den 30er/40er-Jahren auf zu arbeiten. Nur über Guthaben aus dieser Zeit bei Banken reicht nicht. Aber so ist das eben hier. Es geht immer alles um Sauberkeit, pardon, Geld. Und das Ausland hat bis heute mitgemacht. Das kurze Aufflackern der ausl. Presse vor dem Wahlk(r)ampf war bestimmt nur ein journalistisches Strohfeuer.
An dieser Stelle kann ich auch sagen, dass die aktuellen Vorgänge meine Mutter (über 80 Jahre alt) sehr nachdenklich macht. Wenn sie gewissen Kreisen in Zürich auf der Strasse begegnet, kommt vieles an “schlechten Erinnerungen” hoch. Sie hat sogar Angst, wie sich alles entwickelt.
24. Oktober, 2007 um 19:31
“Ich finde es eben total naiv und dumm, zu behaupten, es gäbe keine Ausländergewalt.
Da würde es mich ehrlich freuen, wenn genau die Leute, die behaupten Ausländergewalt existiere gar nicht, auf einmal Opfer davon würden.
Vielleicht würden sie dann erwachen.”
Gewalt die sich gegen Personen richtet ist verwerflich. Es ist nicht im geringsten relevant von wem sie ausgeübt wird.
“Vielleicht ist das Problem auch, dass die Schweiz die erwähnten Vorgänge nur aus den Medien, nur vom HörenSagen kennt.”
Laut einer Studie, die vor einiger Zeit publiziert wurde, war jedeR zehnte Jugendliche schon mal Opfer von rechtsextremer Gewalt.
http://tages-anzeiger.ch/dyn/news/schweiz/731990.html
25. Oktober, 2007 um 21:40
Traurig, das so viele Leute einen Führer brauchen, jemand der ihnen sagt was richtig und was falsch ist. Wenn diese Leute sich die Zeit nehmen würden um zu sehen wer ihre Interessen wirklich vertritt.
@ J: Realisierst du es den nicht? Der SVP sind die Ausländer scheissegal! Sie haben lediglich ein Thema gebrauch um gewählt zu werden - Lösungen zu irgend einem Problem haben sie nie gebracht und werden es auch nie.
Ach übrigens wähl doch Grünliberale, die sind fürs Klima und gegen die Ausländer, perfekte Oportunisten
52% des Geldes, das in der Schweiz für Wahlwerbung ausgegeben wurde, kam von der SVP. Die reichen und Superreichen in unserem Land haben in der SVP ihre Interessensvertretung. Nur leider gibt es nicht so viele Superreiche, also muss man möglichst viele Leute dazu bringen gegen ihre Interessen für die SVP zu stimmen. Mit den “bösen Ausländern” oder “den Scheininvaliden” geht das prima.
26. Oktober, 2007 um 19:23
blocher ist sohn eines dogmatischen, fundamentalischen und durch und durch depressiven pfarrers. das wäre wesentlich für eine tiefenpsychologische analyse
leuenberger ist auch pfarrerssohn. aus einer völlig andern ecke.
blocher wird dieses erbe nicht los. deshalb seine karriere als knecht und dann seine unternehmer unternehmungen. der zweck heiligt die mittel.
er lechzt nach anerkennung derer, die ihn und seinen vater nie wirklich ernstnahmen. die liberalen. dieser respekt hat er mit seiner prostitution für die partei, seines grobschlächtigen stils, seiner fragwürdigen halten ggü den institutionen des rechtsstaates. seiner nähe zu den nazis, verspielt. eine tragiche, wenn auch sehr reiche figur. nicht mehr relevant, in keiner weise. er ist irgendwie bedeutungslos geworden. merkt ihrs auch?
die partei hat etwas zugelgt. angesichts des fragwürdigen wahlkampfts, der inverstierten millionen sind die 29% ein erbärmliches resultat. vergesst das nicht leute
26. Oktober, 2007 um 20:36
Ha-ha, J hat mit seinen Beitragen sogleich ein Beispiel für diesen Beitrag geliefert.
“Selektive Wahrnehmung in diesem Kontext bedeutet nichts anderes, als das Verdrängen nicht zur eigenen Meinung passender, unangenehmer Äusserungen bei gleichzeitigem betonen der passenden und daher als angenehm empfundenen Äusserungen oder Handlungen um kognitive Dissonanz zu vermeiden.”
Oh nein, jetzt habe ich mich doch auf prompt aufs “wenn-du-den-Kontrahenten-mit-Argumenten-nicht-schagen-kannst-dann-diffamiere-ihn”-Niveau der SVP runtergelassen.
10. November, 2007 um 17:45
@ m.
ich hatte auch schon mal ein messerchen eines “jugos” am hals. weil ich kompromisslos durchgegriffen habe.
dadurch bin ich aber mit nichten zum svp wähler geworden
vermutlich weil ich kein feigling bin und nicht beschränkt genug, deren braune gesinnung mit mut und aufrichtigkeit zu velwerchseln…grins.
ich finde diese litanei: wennduschonmaldann…zum lachen. mit verlaub.
13. November, 2007 um 19:11
Ja, und ich finde es überhaupt nicht zum Lachen, wenn jemand anders für die eigene misserable Situation verantwortlich gemacht wird.
“Mir gehts schlecht, weil … (hier ein Argument der SVP einsetzen).”
Das ist nur erbärmlich.
Jeder in diesem Land hat sein Schicksal selbst in der Hand. Z.B. kann jeder und jede zur Schule gehen, ein Studium abschliessen, etc.
Warum ist das so?
Weil die Schulen in unserem Land gratis sind und niemand direkt für seine Bildung bezahlen muss (sondern indirekt, durch die Steuern, welche aber gleichmässig über das ganze Volk verteilt sind).
Und wem haben wir das zu verdanken?
Sicher nicht der SVP! Die streichen ja am liebsten den ganzen Bildungshaushalt zusammen.