Schlumpfine schlägt Christoph Blocher

schlumpf_blocher2.jpgFür einmal scheint die Wahlstrategie der Linken perfekt aufzugehen. Die Grünen portieren ihren neuen, aber chancenlosen, Ständerat Luc Recordon wenige Wochen vor den Wahlen um sich im Gespräch zu halten. SP und CVP geben bekannt auf die Abwahl Blochers zu verzichten. Seine Wiederwahl scheint somit ungefährdet. Kurz vor den Wahlen schliesst die übermütige SVP die beiden moderaten Bündner SVP-Nationalräte Brigitte Gadient und Hansjörg Hasler aus der Kommission aus. Der verärgerte Bünder SVP-Präsident spricht von einer Spaltung der SVP und auch aus Bern kommen Signale, dass sich moderate SVP-ler um Samuel Schmid scharren und an der Abtrennung arbeiten. Der Ausschluss ihrer eigenen Mitglieder war somit die perfekte Vorlage für Mitte-Links, die nun die Bünder Regierungsrätin Eveline Widmer-Schlumpf in den Bundesrat wählten und dabei auf die Bünder FDP und sogar SVP-Stimmen zählen konnten. Auf dies lässt zumindest Hansjörg Haslers Lachen nach dem Wahlresultat schliessen.

Blochers Abwahl ist vor allem Dank der nahezu geschlossenen CVP zu Stande gekommen. Das hätte der Partei kaum jemand zugetraut, aber eigentlich konnte die CVP mit der Anti-Blocher-Strategie heute nur gewinnen. Nimmt Eveline Widmer-Schlumpf die Wahl an, ist eine moderate SVP-Politikerin im Bundesrat. Sagt sie nein, tritt die CVP selbst gegen Blocher an und wird wohl ihren an die SVP verlorenen zweiten Bundesratssitz zurückholen. Die SVP wird, so wie es heute tönt, entweder geschlossen oder gespalten in die Opposition gehen und Blocher wird Parteipräsident. Die Partei wird neue Wähler gewinnen, aber gleichzeitig als Nicht-Bundesratspartei massiv an politischem Einfluss verlieren.

Die Abwahl Blochers hat sich spätestens mit der Nichtwahl von Ueli Maurer und Toni Brunner in den Ständerat abgezeichnet. Die Niederlagen haben einmal mehr gezeigt, dass SVP-Hardliner vom Volk nicht in die Regierung bzw. Ständerat gewählt werden. Warum also sollte das Parlament einen Hardliner im Bundesrat bestätigen, der vier Jahre lang bewiesen hat, nicht teamfähig zu sein, Volk und Parlament belügt und sich über seine Komeptenzen hinwegsetzt?

Sieger könnten heute zudem die Frauen sein, da sie mit Widmer-Schlumpf zu fast 50 Prozent im Bundesrat vertreten wären.

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  • 17 Kommentare zu “Schlumpfine schlägt Christoph Blocher”

    1. sacktritt schrieb:

      Wie schön!

    2. polissilop schrieb:

      Schlumpf ist Trumpf

    3. Spaghettimonster schrieb:

      “Der verärgerte Bünder SVP-Präsident” ist weiblich.

    4. Hans schrieb:

      Ist ne gute Sache für die Schweiz. Auch im Ausland wird eine solche Entwicklung mit wohlwollen gutiert werden - ausser von der Türkei vielleicht? ;-)

      Ein Blocher gehört nicht in den Bundesrat, denn erst als er dort auftauchte verschärfte sich dort der Umgangston, was zur Lösungsfindung nicht unbedingt zutäglich ist.

      Ausserdem ist Blocher DER Bundesrat, welcher die Parteipolitik am meisten in den Bundesrat bringt - können wir auch nicht brauchen.

      Hoffen wir mal, dass es so bleibt.

    5. Wieder schrieb:

      Die Linken haben sich schon wieder eine Orfeige eingehandelt und merken es wieser einmal nicht. ¨

      Der Schuss ging nach hinten.

    6. m schrieb:

      Yesss. Jaaa. Juhuiii. Endlich ist er weg (und hoffentlich bleibt er es auch). Jetzt kehrt dieses Land hoffentlich vom Führerkult zum Pragmatismus zurück.

    7. Lieber ehemaliger Bundesrat… | ABHIJIT/BOSSOTTO schrieb:

      […] Sie wurden abgewählt. Sie haben gegen eine wild gesetzte Kandidatin haushoch verloren. Kein schöner Abgang. Aber Sie sind ja ein harter Mann. Der Hardliner der Volkspartei. Der sich auch nicht zu schade ist, mit der Unwahrheit zu spielen, um die Massen zu manipulieren, äh, zu informieren (Beispiel hier oder hier). […]

    8. freudestrahl schrieb:

      joooo wenn das mal nöd was schöns zum ghöre isch…

    9. blumemeitschiii schrieb:

      es git no hoffnig für d schwiz

    10. Nurfin schrieb:

      @Wieder
      warum soll dieser schuss nach hinten los gegangen sein nur weil “die Linken” sich nicht erpressen lassen

    11. einLinker schrieb:

      Endlich ist Blocher Weg!
      Für die Schweiz ist es auf jeden Fall gut, nun werden wir im Ausland vielleicht auch nicht mehr so sehr als das schwarze Schaf bezeichnet!
      Ich jedenfalls finde das super!!!

    12. redblog.twoday.net schrieb:

      Reaktionen zur Abwahl von Blocher…

      Wenige konnte sich vorstellen, daß der Schweizer Bundesrat Christoph Blocher der extrem rechten SVP (Schweizer Volkspartei) bei den heutigen Wahlen durchfällt. (redblog berichtete)

      Noch herrscht Unklarheit, ob Widmer-Schlumpf ihren Posten a…

    13. Thomas schrieb:

      Bei uns an der Uni laufen seit gestern nur grinsende Studenten (und Innen) herum. Warum bloss? :p

    14. Karikatur für eure seite :-) schrieb:

      http://img214.imageshack.us/my.php?image=funhu3.png

    15. Schaf- und Ziegenmetzger schrieb:

      Nja Blocher ist ja leider nicht weg, aber immerhin kann er mindestens 4 Jahre weniger Schaden anrichten. Und weniger rumpöbeln wird er wohl nicht, aber immerhin tut er das ohne bundesrätliche Autorität.

    16. einLinker schrieb:

      @Thomas?
      Ja, warum wohl das? Doch nicht etwa wegen Blocher ;-)

    17. schuebi schrieb:

      Da Blocher nicht mehr im Bundesrat ist, hat er wieder mehr macht und kann seine meinung frei und offen sagen!
      Jetzt wirds lustig!

    Kommentar: