Nach der Niederlage die Selbstzerfleischung

abgewaehlt_blocher.jpgDas Wahljahr 2007 endet mit ein paar bitteren Pillen für die SVP. Trotz oder gerade wegen der millionenschweren, fremdenfeindlichen Wahlkampagne, mit enormem Medienecho, hat’s in den letzten drei Monaten vier prominente SVP-Politiker bei Wahlen gelupft. Ulrich Schlüer, Ueli Maurer, Toni Brunner und zuletzt eben Christoh Blocher. Was dabei besonders ins Auge sticht: es sind allesamt Hardliner, die bei Volk und Parlament gnadenlos durchgefallen sind.

60 Prozent der Schweizer Begrüssen die Abwahl Blochers, nur 27 Prozent finden die Wahl von Eveline Widmer-Schlumpf falsch. Ganz bestimmt zu diesem 27 Prozent Grüppchen darf sich unsere geschätzte, sich stets durch höchste Kompetenz auszeichnende Nationalrätin, Jasmin Hutter zählen.

Letzten Donnerstag im Bundeshaus:

Jasmin Hutter steht vor einem Bildschirm, als Widmer-Schlumpf die Pressekonferenz hält, hysterisch: «Leck, isch diä dumm! Verröterin! Leck, leck, da glaubsch jo nöd!» Stürzt in den Nationalratssaal um ihrem Idol zu lauschen.

Gleich darauf: Führer Blocher tritt ans Rednerpult, «wie ein Gangster, der das Parlament bedroht.»

Die WOZ verfolgt die Rede auf einem Bildschirm im Bundeshaus. Couchepin tritt heran: «Was sagt er?» - «Opposition.» - Couchepin: «Sachen gibts.» Tritt ab.

Quelle: WOZ

Giezendanner gegen Mörgeli
Ausgerechnet die vorbestraften SVP-ler Ulrich Giezendanner und Peter Spuhler werfen nun der Züri-Front um Blocher, Maurer, Mörgeli und Co. den Federhandschuh hin. Giezendanner fordert einen Knigge-Kurs für seine ab und an gar zu neandertalisch anmutenden Parteikumpanen: «Mit den Beleidigungen muss Schluss sein. Christoph Mörgeli muss seine Tonart ändern», wird Giezendanner, selbst nicht eben ein Freund der leisen Töne, in der SonntagsZeitung zitiert. So sei er zwar enttäuscht von der neuen Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf, er akzeptiere aber nicht, «dass man sie als Verräterin bezeichne.» Es gehe auch nicht an, «dass man jemanden beleidigt, wie es dieser Löli, Blochers Bruder Gerhard, mit SP-Chef Fehr getan hat,» gibt Giezendanner dem Tages-Anzeiger zu Protokoll.

Jenny gegen Giezendanner und Schmid
Der Glarner SVP-Ständerat This Jenny gibt sich derweil überrascht ob Giezendanners Appell. «Ich staune, dass ausgerechnet er so etwas sagt, der einer der Schlimmsten ist, was den Ton anbelangt. Er ist sicher der Falsche für eine solche Forderung.» Auf wenig Gegenliebe stösst Giezendanners Kritik an der unfehlbaren Parteileitung auch bei SVP-Präsident Ueli Maurer: «Im Moment hat jeder das Gefühl, er müsse irgendeinen Seich erzählen.» In diese Liste können wir auch Jenny aufnehmen, der gemäss Weltwoche seinen Ärger über Sämi Schmid mit einem «du bist eine Ratte» Luft machte.

Spuhler gegen Brunner
Um den direkt angegriffenen Christoph Mörgeli ist es seit Blochers Abwahl verdächtig ruhig geworden. Während der Geheimplan-Diskussion stand der NSVP Propagandaminister noch strahlend im Scheinwerferlicht der Medien und posaunte «Bullshit» in die Mikrofone, nun weht auch ihm ein eisiger Wind um die Ohren. Die interne Kritik an der «totalitäre Parteiführung» ist lauter geworden. Dass Ueli Maurer und Vizepräsident Toni Brunner bereits ans Referendum gegen das nächste Personenfreizügigkeitsabkommen denken, quittiert SVP-Unternehmer Peter Spuhler harsch mit einem «Brunner sollte mal wieder das Hirn einschalten.»

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  • 18 Kommentare zu “Nach der Niederlage die Selbstzerfleischung”

    1. schuebi schrieb:

      Ich finde es schaade das die SVP sich so verhält wie ein klienes Kind und mit Oposition droht und dies jetzt auch durchziehen will! Das ist doch weder schlau noch der willen der SVP-Wähler!
      Das ist für die SVP der anfang vom ende! Oposition bringt doch nichts in einem Land wo die Demokratie bestens funktioniert!
      Die SVP hat ja 2 Bundesräte und sie soll sich damit zufrieden geben!
      Ich als SVP-Wähler fühle mich verschauckelt! Ich wählte die SVP für die Partei und nicht für Blocher!

    2. m schrieb:

      Naja, das Gardi … pardon, Jasmin Hutter nix in der Birne hat und nur nachbeten kann, was Toni und Chrigel (welcher auch immer) vorsagen, wissen wir schon lange. So betrachtet erstaunt ihre Äusserung überhaupt nicht. Unflätige und oberflächliche Vokabeln sind das einzige, was sie selbstständig formulieren kann.

    3. sacra schrieb:

      es wird spannend sein, die weitere entwicklung der svp nun zu verfolgen. als nicht svp mitglied steht es mir nicht zu, ihre entscheidungen zu kritisieren. beobachten und sich gedanken machen darf man aber alleweil. meine prognosen und einschätzungen haben sich in diesem jahr zu 90% bestätigt. (ich rechnete, nach dem nazi marsch auf bern und der empörungsbewirtschaftung der gesponsterten medien) einen stimmenanteil von 30%. alles andere verlief, wie ich entsprechend meiner einschätzung. das könnte eine versuchung sein, auch über die auswirkungen der heutîgen entscheide (definitiver ausschluss der br aus der fraktion, oppositionsrolle) aufgrund des einseitigen vertrages mit dem volk (svp volk) etc, und seine folgen für die partei und die bundesräte zu “orakeln” :-)

      ich lasse das lieber. wichtig scheint mir zu sein, dass wir hier nun die sachpolischen themen in zukunft mehr gewichten und vertiefter besprechen. der svp kurs, der weiter auf einer brauen schiene laufen wird, dürfen wir dabei natürlich nicht aus den augen zu verlieren. vorest wünsche ich allen frohe festtage und einen guten rutsch in ein etwas entblochertes neues jahr!

    4. Hugo Schweizer, Gründer des Hugo-tAëms schrieb:

      Die Kommunisten sind Schuld an Blochis Leid! (siehe www.jasminhutter.ch)

    5. vladimir schrieb:

      jaja, die kommunisten, die hexen, die schwulen, die ausländer und die jugend sind immer an allem schuld.

      komisch das kurz nach der svp verbal hetze gegen zisyadis, seine webseite gehackt wurde! an der verbal hetze hat sich auch der rechtsblog winkelried.info beteiligt. aber wundern tut das ja nicht wirklich. als zisyadis wegen den degressiv steuern nach obwalden zog, wollte der svp pöbel den mann am pranger lynchen….

    6. . schrieb:

      @vladimir

      Zisyadis? Der hat überhaupt nichts bewirkt mit seinen “Einspruchsferien” zur Korrektur der Steuerabgaben wie von 98% der Obwaldener gut geheissen. Jetzt haben die das Weihnachtsgeschenk einer Flat Rate Tax, he,he

      …Und die Industrie auch noch eine Reduktion von 0.6 Steuerprozenten.

      Kommt noch dazu dass Uri jetzt wie auch Schaffhausen gleichzieht und bald die ganze Deutschschweiz die neue Formel umsetzt, ha ;-)

      Zisyadis dieser Kommunist hat sich somit total dem Kapitalismus verschrieben…hat er die versprochenen Fr. 10′000.– vom SoziLehrer aus Luzern für die Einsprache bekommen?

      Je linker desto Materialistischer…aber immer schön gegen den schnöden Mammon wettern…aber in diesem Fall drücke ich mal beide Augen zu, ist ja alles bestens ha,ha

      der Mann ist noch fähig zusammen mit seinem Propagandaministerbruder von TSR beim nächsten Entsorgen von einem Altgedienten ( vielleicht Leuenberger oder der Micheline?) Altbundesrat Blocher wieder an die Politspitze zu bringen….alles eine Frage des Kapitals, he, he :-)

    7. Der Lagerist schrieb:

      Die SVP beginnt ihre eigenen Angehörigen in “richtige” SVPler und “falsche” SVPler einzuteilen. Oder literarischer nach George Orwell:

      ‘All animals are equal, but some animals are more equal than others.’ (Alle Tiere sind gleich, aber einige Tiere sind gleicher.)

      Weiter Ausführungen: http://der-lagerist.com/2007/12/16/bundesratswahlen-ein-kurzer-kommentar/

    8. Spaghettimonster schrieb:

      Punkt verbreitet wieder mal Lügen und Halbwahrheiten (ist halt ein SVPler). Mal ein paar Sachen richtig stellen:

      - “Zisyadis? Der hat überhaupt nichts bewirkt mit seinen “Einspruchsferien””
      Richtig, aber nicht aus dem Grund weil Obwalden jetzt ne flatrate Steuern hat, sondern weil ihn das Bundesgericht abblitzen liess, da die Ferien nicht lange genug waren.

      “Jetzt haben die das Weihnachtsgeschenk einer Flat Rate Tax, he,he”
      Du tönst als ob eine Flat Rate Tax aus Sicht der Superreichen und der SVP besser wäre. Ist sie aber nicht, denn vorher wollte man degressive Steuern einführen.

      “Und die Industrie auch noch eine Reduktion von 0.6 Steuerprozenten.”
      Es sind 0.6 Steuerprozentpunkte. Da gibt einen gewaltigen Unterschied, aber wer den Unterschied zwischen degressiven Steuern und einer Flatrate tax nicht versteht, wird das diesen Unterschied nie verstehen.

      “Kommt noch dazu dass Uri jetzt wie auch Schaffhausen gleichzieht”
      Auch das ist aus SVP Sicht (die ja das Ziel Steuerfreiheit für Superreiche hat) eine Verschlechterung, denn vorher hatte Schaffhausen degressive Steuern.

      “Zisyadis dieser Kommunist”
      Falsch, sich nicht zum Ziel gesetzt den Kommunismus einzuführen. Diese Lüge wurde von der SVP gewollt in den Umlauf gebracht.

      “Je linker desto Materialistischer…aber immer schön gegen den schnöden Mammon wettern…”
      Mhhh… Zuerst wirfst du den Linken vor sie seien materialistisch und danach wettern sie dagegen. Eigenartig.

    9. . schrieb:

      @Spaghettimonster

      Jetzt musst du mal schnell aufpassen….

      J’habite en suisse romande et j’écoute Mr. Zysiadis en version original… donc en français! Tu sais de quoi tu parle quand tu polut le net avec tes conneries, he,he

      T’as écouté Stress avec ses paroles populist et tu pense c’est la réalité…
      ce n’est pas pour rien que nous l’avons exporté en suisse allemanique, car chez nous il n’y a plus personne qui l’écoute… :-(

      Spaghetti an Sauce Bolognaise… die rote Brigade würde dich umarmen… aber leider gibts die schon lange nicht mehr… bist leider zu spät…

      Wie sagte Gorbatschov : wer zu spät kommt, den bestraft das Leben :-(

      so einfach ist Politik :-)

    10. Spaghettimonster schrieb:

      Oh, il dit quelque chose differente en français? Je n’ai pas su ça.

      Non, je n’aime pas l’Hiphop. Exporter Stress est surement une bonne idée!

      Hätten linksautonome Chaoten seine Homepage nicht gehackt (Weil er den zweiten SVP Bundesratssitz vor der CVP gerettet hat), könnten wir nun überprüfen, ob er ein Kommunist ist.

    11. . schrieb:

      Bleibt noch eine abschliessende Frage zu Zysiadis…..

      Hat er die versprochenen Fr. 10′000.– von diesem luzerner Sozilehrer kassiert und wenn ja, wo wird er den Betrag versteuern….wenn überhaupt, denn solche pots-de-vin gehen in der Regel unter dem Tisch zum neuen Besitzer. Wie gehabt bei Möchtegernpolitiker he,he

      Nur Blocher ist unbestechlich… der hat ja genug Wein im Keller zum Glück für uns ;-)

      Zysiadis in den Bundesrat !!!

      Der ist von jedem käuflich wie man sieht und als Kommunist kann er auch noch schön verteilen :-)

    12. . schrieb:

      @Der Lagerist

      George Orwell : Farm der Tiere !!!

      ….und gesagt hat er das über den Kommunismus….und?…hatte er recht?

      In welchem Lager…pardon, Gulag wohnst du?

    13. Schaf- und Ziegenmetzger schrieb:

      Lieber punkt kennst du den Unterschied zwischen degressiven Steuer und einer Flat Tax? Die Flat Tax ist weitgehend unumstritten, sogar einige SPler könnten sich vorstellen sie einzuführen, somit hat sie eine komfortable Mehrheit bei der Bevölkerung und Parlament. Ganz im Gegentail zu degressiven Steuern. Die sind schlicht krank und verstossen nicht nur gegen die Verfassung sondern auch gegen jede Vorstellung von Fairness und Anstand.

    14. Simsi's Gedanken schrieb:

      Schmollende SVP…

      Vor einer Woche wurde die Abwahl Christoph Blochers zur Gewissheit. Viele waren erfreut, einige schalteten auf Stur. Die Wogen haben sich ein bisschen geglättet, doch die SVP wurde zur “Schmollenden Volks Partei”.
      Wie alle wissen, ging…

    15. . schrieb:

      @Schaf- und Ziegenmetzger

      http://de.wikipedia.org/wiki/Flat_rate_tax

      Degressive Steuern war ein Novum in der Anwendung und als “hysterischer” Versuch um die Steuererträge wieder ins Lot zu bringen gedacht. Sozusagen als letzter Versuch die Kantonsfinanzen infolge dekadenter, allen Grundsätzen entgegen einer gesunden Finanzwirtschaft zu retten….. die mühsame Restrukturierung der kantonalen Ausgaben wären somit einfacher zu umgehen..

      Ich glaube aber nicht, dass auf die Dauer viele Superreiche Weltbürger sich an Orten wie den Kantonen Schaffhausen oder Obwalden sich niedergelassen hätten ( man sehe sich einmal den Link bei Wikipedia an!).

      Aber die Abwanderung von guten Steuerzahlern durch die Gourmandise wie in meinem Kanton seit ein paar Jahren der Fall, hätte damit gestoppt werden sollen/können. Es war ein Novum und niemand wird eh wissen wie diese Variante (Degressivität) laufen würde.

      Aber FRT ( Flat Rate Tax) hat sich bewährt und Superreiche würden noch mehr davon profitieren (als bei degressiven Steuern wenn sie den Sitz an solch einen Ort verlegten…nur die Konkurenz wird auch immer grösser und ich selbst würde auch lieber die Karibik Hongkong oder die Ukraine (Krim) wählen wenn ich die Wahl hätte….Obwalden…bäääh…ist mir zu kalt und nass.

      Aber wie gesagt wird profitieren die kleinen Löhne bei FRT auch, denn wie sie sagen sind die ersten Fr. 10′000.– Steuerfrei..

      Zum Vergleich in meinem Kanton sind wir am teuersten in der ganzen Schweiz und werden insgesamt nächstens zum schweizerischen Sozialfall wie noch nie gesehen und stehen heute schon praktisch unter Nationaler Vormundschaft….und für das nächste Jahr haben wir schon mal 33 Millionen Defizit budgetiert trotz florierender Exportwirtschaft wie man hier noch nie in der Geschichte gesehen hat. Also von Steuersenkung keine Sprache…

      Die Wirtschaftsbosse wohnen aber auch nicht im Kanton und die Frage lautet: weshalb wohl?

      Je nach grösse des Kantons können ein oder zwei Miliardäre für die restliche Bevölkerung eine angenehme Steuerentlastung bringen bei degressive Steuern…aber bei FRT ist die Wirkung für schon ab Millionären wirksam….

      Am besten schafft man die Reichen und Superreichen ab und somit wäre das Problem gelöst…meint die Linke… ganz pragmatisch!

      :-)

    16. Spaghetti Monster schrieb:

      @Punkt, lies doch mal nach was degressive Steuern sind, bevor du sie weiterhin toll findest:

      http://de.wikipedia.org/wiki/Degressive_Besteuerung

    17. AntiSP schrieb:

      Klar pure Selbstzerfleischung. Die Fraktion bleibt zusammen, die SVP wächst ständig. Weiter so!

    18. pasta-monster schrieb:

      @punkt

      hör mal gut zu du kommunistenfresser:

      das einzige was die schwächliche, peinliche svp kann, ist die forderung steuern zu senken (für die reichen) und angeblichen missbrauch anzuprangern. ansonsten ist diese partei für absolut rein gar nichts zu gebrauchen! OK?

      und ausserdem hat sowohl herr zysiadis und auch keine anderen personen die geklagt haben auch nur einen franken dafür bekommen! die berühmten 10 tausend franken wurden an das schweizerisches arbeiterhilfswerk gespendet! vollumfänglich! siehe hier:

      http://www.sah.ch/data/de/mediabase/downloads/060131_Spende_Obwalden.pdf

      noch fragen? gut , dann verkriech dich jetzt wieder ein deinem svp loch!

    Kommentar: