SVP-Entwicklungshilfe für Österreichs Faschisten
Gregor A. Rutz - bis März Generalsekretär der SVP - wird heute in Wien ein Referat halten zum Thema “Erfolgsmodell Schweizerische Volkspartei SVP”.
Gugus-Dada meint hierzu auf seinem Blog:
Auf die Ausführungen von Rutz darf man gespannt sein, und es ist davon auszugehen, dass beide populistischen Gruppierungen voneinander viel lernen können. So hat die FPÖ etwa eine “Hotline gegen Inländerfeindlichkeit” eingerichtet, was die SVP durchaus animieren könnte, die österreichischen Kolleginnen und Kollegen in ihrer unsäglichen Dummheit nachzuäffen. Man ist sich ja in vielen Dingen einig, das wird sicher ein schönes Treffen unter Gleichgesinnten und aufrechten Politikerinnen und Politikern. (..) Man wird sich gegenseitig Mut machen und die Rolle der Opposition beschwören. Und vielleicht neue Plakatideen und Initiativen entwickeln?
Mehr zum Thema SVP und Rechtsextreme: Junge SVP GR im Fahrwasser von Rechtsextremisten?
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21. April, 2008 um 19:40
dass rutz nun ganz offiziell mit den österreichischen faschos netzwerkelt, erstaunt mich nicht. er wird einen gutbezahlen auftrag haben…denk ich mal. ob er denen die nötigen millionen auch gerade mitbringt? ein wahlkampf bloss mit billigen bildchen und populistischen paroloen bringt nicht so viel.
bei uns hatte er dazu noch blochers kopf, also das höchste gut der rechten und ein exorbitantens wahlkampfbudget gehabt. die tumben massen benötigen die ständige berieselung durch bildchen und extreme reize. mit diesem ulitmativen einsatz erreichte rutz und co bei uns den etwas über 2 % ” zustätzlichen wähleranteil. entgegen dem mainstream, finde ich dies fast schon peinlich wenig. was der denen wohl erzählen mag…
(nicht zu vergessen: filmchen mit missbrauchten jugendlichen, einen marsch mit den nazis auf bern..etc)
dass die svp zu rechtsextremen bewegung mutiert, wird zunehmend wahrgenommen. nicht jeder sagts vorläufig laut. aber es werden immer mehr. es wird ja auch immer offensichtlicher. und das ist gut so.
22. April, 2008 um 12:01
Die SVP bringt derzeit im zusammenhang mit Frau Widmer Schlumpf immer wieder das beispiel eines SP-Bundesrates, der 1933 wieder abtreten musste. seltsam, an 1933 fühle ich mich auch immer wieder erinnert, besonders der SVP Wahlkampf im letzten Herbst hat gewisse ählichkeiten, auch die gleichschaltung von oben…
Wehret den Anfängen, notfalls mit gewalt
23. April, 2008 um 15:16
diesmal ist gewalt gar nicht nötig. wir sind nicht so weit weg von der ersten welt, dass faschismus und rechtsextremismus je salonfähig werden könnten; und wie die wirtschaft sogar aus den reihen der svp bereits kompensiert, beruhigt irgendwie auch. ich würde mal davon ausgehen, dass ein gesunder selbsterhaltungstrieb jemandem wie zum beispiel peter spuhler die eigene firma und deren wohlergehen immer noch näher stehen lässt als die partei. die svp hat über die letzten zehn jahre bewusst sehr stark im interesse der wirtschaft politisiert, wird davon aber nicht mehr profitieren können, wenn ihr deppen- und bratwurstpatriotismus überhand nimmt. blocher und konsorten dürfte klar sein, dass es mit schreien allein nicht getan ist; mit dem oberrüpel im rücken ist die finanzkraft der svp vielleicht enorm, aber dieses geld haben nur er und seine mitläufer. alle anderen werden gehen, wenn der teich für sie austrocknet. so oder so: entweder macht die svp pro wirtschaft und wird moderater, und die neuen idioten der letzten wahlen bleiben höchstens als stammwähler erhalten; oder die svp macht pro rassisten und verliert die wirtschaftlich motivierte unterstützung. uns geht´s besser als der weimarer republik, wir sind noch lange nicht so verzweifelt wie die deutschen vor hitler, dementsprechend wird es der svp so leicht nicht fallen, weiter in dem tempo zu wachsen.
alles in allem, ohne das gefahrenpotential ihrer subversiven politik vernachlässigen zu wollen, würde ich sagen: als politisches phänomen hat die svp bald einmal ihre kritische masse erreicht. mal sehen, wie der showdown mit den kantonsparyteien ausfällt.
24. April, 2008 um 07:42
@auslandschweizer: Schönes Statement. Ich bin leider nicht so optimistisch. Hier wird doch den Leuten seit Jahren eingeredet, dass es ihnen schlecht geht, obwohl das nicht stimmt. Es wird auf einem Niveau gejammert, für das uns 90% der restlichen Weltbevölkerung total beneiden. Nur leider sind SVP-Anhänger ziemlich immun gegen Wissen und Bildung.
Allerdings finde ich es komisch, dass gerade die Österreicher Nachhilfe in Sachen populistischer Wahlkampf in der Fremde suchen, müssen die doch nur ein bisschen in der eigenen Geschichte wühlen, um inspiriert zu werden. Das zeigt nur, das in Österreich, im Gegensatz zu Deutschland, nie eine echte Entnazifizierung stattgefunden hat.
24. April, 2008 um 07:50
Mist, zu früh auf den Senden-Button gedrückt.
Fortsetzung:
Der gewollte Anschluss Österreichs an Nazi-Deutschland wird in Österreich bis heute stillschweigend unter den Teppich gekehrt und das Land selbst als Opfer von Hitler dargestellt.
24. April, 2008 um 09:47
Bin jetzt das erstemal hier auf der Website. Ich finde gut, dass es Menschen wie euch gibt, die sich gegen die rechte Gesinnung lehnen, und nicht ruhig in der Ecke sitzen bleiben. In Deutschland haben wir momentan auch wieder das Problem mit der rechten NPD, die wieder immer mehr im kommen ist. Wenn es keine Menschen gibt, die dagegensprechen, werden diese Parteien immer mehr Macht bekommen, und das sollte man doch verhindern!!!
Gruß Bernd
24. April, 2008 um 15:08
fragt sich noch, wie gewollt der ursprünglich war. dass die mehrheit mitgemacht hat oder doch zumindest gleichgültig war, ist dabei aber sicher klar. und da hast du natürlich vollkommen recht: beängstigend ist, wieviele ansonsten relativ neutral eingestellte leute sich von den svp´lern und konsorten eine solche scheissangst einjagen lassen. ich find´s immer wieder niederschmetternd, mit meinen ehemaligen kantikollegen zu reden (matur fünf jahre her) und zu realisieren, dass bei den meisten wenigstens von der familie her konservativen von der aufklärung und vom geschichtsunterricht nicht allzuviel hängengeblieben ist. während jeder, der ein bisschen was von staatskunde und der effektiven geschichte unseres landes weiss, nur absurd finden kann, was die svp seit der bundesratswahl abzieht, denken die doch aus schierem unwissen tatsächlich, dass die “classe politique” das volk bescheisse; und wenn sie´s nicht offen meinen oder sagen, so tendieren sie wenigstens in die richtung.
und egal, was diese leute auf das hier antworten würden: das ist ignoranz, totale verwöhnte bequemlichkeit und denkunwilligkeit. fähig wären sie; doch sie wollen nicht, entscheiden sich seit dem vorgymi immer wieder bewusst dagegen, kümmern sich nur ums aufrechterhalten ihres komforts und der konvention - um sie aus der reserve zu locken, reicht die angst vor veränderungen dann schon, weil man ja aus dem nachdenken nie etwas gewonnen und die welt nie auch nur ansatzweise zu verstehen versucht hat.
grad letzthin von einem der sorte gehört: klar sind nicht alle ausländer schlecht, aber das geht doch nicht, dass man zusammengeschlagen und ausgeraubt und abgestochen wird. einfache frage dann: wann ist dir das zum letzten mal passiert? natürlich noch gar nie.
und alle folgenden argumente, von wegen “ein einzelner fall ist schon zuviel” und “wir können ja nicht überall polizei aufstellen”, könnte man dann kontern: und, wehrst du dich denn? bist du je für irgend etwas eingestanden? auf mich sind die anno dazumal in uster mit messern los. den anführer anschreien und gegen einen pfeiler am busbahnhof drücken hat gereicht, die sind alle weg und haben mich nie mehr belästigt.
ist doch wie der nullkalorien-cheeseburger und die sofa-fitness: alle wollen sie den fünfer und das weggli, fressen ohne dickwerden, geil aussehen ohne anstrengung, aktion ohne reaktion, rechte ohne pflichten, leben ohne verantwortung. diese haltung ist es, die alles ruiniert. oder haben sechs millionen schweizer wirklich angst vor ein paar tausend aggressiven albanern und serben? wenn´s dann überhaupt so viele sind?
schwarzenbach wollte die italiener rauswerfen, in den achtzigern und neunzigern waren´s die türken. was mich angeht: meine erfahrungen mit ausländern waren sicher nicht zu 100% gut, aber sicher besser als die mit den schweizern. die ausländer sind offener, zugänglicher, gastfreundlicher, erinnern sich an einen, vergessen gutes nicht und, so blöde es auch klingt, sie sind bescheidener als jeder schweizer konsi mit einem riesenmaul. und wer das in der heutigen situation nicht einsehen will, leidet an der gleichen verblödung, die ihn die staatskunde hat verpennen lassen.
für die angst, die sich breitmacht, gibt es keinen grund. du hast absolut recht: wir sind das reichste und mit ziemlicher gewissheit auch das sicherste land auf dem planeten. und was machen wir? während wir anderen vorträge über sauberkeit, zuverlässigkeit und sparsamkeit halten, klotzen wir ran wie die vollhohlen, sind so geizig wie noch nie zuvor in der geschichte unseres landes und führen uns auf, als ginge die welt noch vor dem nächsten ersten august unter. ist doch lachhaft. von wegen vernünftig und verhältnismässig. wir machen uns ja lächerlich.
25. April, 2008 um 08:50
die klärung innerhalb der svp ist unvermeidlich. und das ist gut so, für uns alle
frau widmer-schlumpf hat sich mit aller entschiedenheit und nicht bloss im namen des bundesrates, gegen die “verfassungswidrige” einbürgerungsinititative gestellt. zu gunsten des rechtsstaates und unserer verfassung. das nenne ich stark und das nenne ich eine staatsfrau!
damit verweist sie die initiative zu recht an den braunen flügel ihrer partei und fördert damit aktiv die anstehende klärung.
die svp führung und die lauten exponeten ihres flügels fordern “konsequenz” (..) und ultimativ den ausschluss. sie sind das ihrer basis schuldig und auch herrn blocher. natürlich.
damit ist die dynamik die zu einer rechtsextremen und einer bürgerlich konservativen partei führen werden nicht mehr zu stoppen.
es gibt also nur gewinner!
02. Mai, 2008 um 17:38
und gleich noch dies: wetten der brutalo mit dem bmw in zürich war ein geistiges kind der herrn. ein fascho durch und durch. vermutlich wird er als unzurechnungsfähig dann bedingt verurteilt. faschos sind grundsätzlich unzurechnungsfähig.
tja
03. Mai, 2008 um 12:37
… zudem arbeiten ihre kollegen bei der polizei. praktisch, praktisch…
28. Mai, 2008 um 14:59
gratuliere auslandschweizer herzlich für dieses mutige statement und seine klare sicht der dinge!
ich wäre ihm sehr dankbar, wenn er es einem breiteren publikum zugänglich machen könnte, z.b. als leserbrief in einer grossen tageszeitung. wünsche mir möglichst viele junge leute, die in ähnlichem sinne stellung nehmen.
ich gehöre einer generation an, deren mehrheit es nie für möglich gehalten hätte, dass der rechtsextremismus wieder aufersteht, geschweige denn, dass eine grosse partei davon verseucht wird.
Eulenspiegel
20. Juni, 2008 um 14:18
Wie Bernd es schon gesagt hat mit der NPD, die nimmt wirklich immer mehr Oberhand. Aber wirklich mutiges Statement das du an den Tag legst. Richtig gut geschriebender Artikelund sehr gute Blogeinträge der die Tatsachen mal offen legt. mfg