- «Doch darf eine Religion "repräsentative" Bauten bauen und eine andere nicht, nur weil die eine mehr Mitglieder hat? Finde ich nicht, aber da kann man natürlich anderer Meinung sein.»
Es geht nicht direkt um die Zahl der Mitglieder. Es geht darum, dass das Christentum vorher da war. Die Schweiz ist seit Jahrhunderten ein christliches Land. Wenn also Christen repräsentative, prunkvolle Kirchen mit hohen Türmen bauen, ist das keine Machtdemonstration, sondern man gibt dem Volk eine schöne Kirche.
In der Türkei ist es das gleiche mit dem Islam. Wenn in der Türkei eine riesige Moschee gebaut wird mit zehn großen Minaretten, riesigen Kuppeln und einem großen Park rundherum ist das auch nur eine Moschee, die man den Gläubigen zur Verfügung stellt. Dabei sehe ich nichts Falsches.
Wird allerdings in der Schweiz eine Moschee mit Minaretten gebaut, ist das eine Machtdemonstration. Das Minarett wäre erstens nutzlos, weil sowieso niemand herunter schreit. Zweitens hat ein Minarett nichts mit der Religionsausübung zu tun. Wozu also eines bauen?
Wird in Islamischen Ländern eine Kirche gebaut, ist das genau das Gleiche. Man soll zwar eine Kirche bauen dürfen, allerdings soll man es nicht übertreiben. Eine Uhr, die jede Stunde schlägt, wäre unverschämt. Ein Kirchturm wäre ohne Glocken unnötig. Deshalb braucht man in der Türkei keinen Kirchturm aufzustellen.
- «Was hat denn unsere Kultur so christliches an sich?
Das wir Weihnachten und Ostern feiern? Die Feste oder ihre Symbole haben einen anderen Hintergrund. Unsere Werte sind aus meiner Sicht Werte, die wir uns zugelegt haben, da es so für uns allen aus unserer Sicht am Besten geht (mehr oder weniger, eher mehr). Dass da was von der Bibel abstammt bezweifle ich.»
- Ich habe vor einiger Zeit ein Video gesehen. Dort erzählt ein ehem. Moslem, weshalb er zum Christentum konvertiert ist.
Er erzählte folgende Geschichte: Jesus wird eine Ehebrecherin vorgeführt. Jesus sagt zu ihr, sie hätte die Todesstrafe verdient, aber er lasse Gnade vor Recht ergehen. Er lässt sie laufen.
Ein paar hundert Jahre später dasselbe – diesmal mit Mohammed. Auch zu ihm wird eine Ehebrecherin gebracht, die zudem schwanger ist. Er sagt, sie habe die Todesstrafe verdient. Er lässt die zwei Jahre nach der Geburt ihres Kindes hinrichten.
Das ist nur ein Beispiel von vielen, die belegen, dass im Christentum Gnade eine weitaus größere Rolle spielt als im Islam.
Gnade ist ein wichtiger christlicher Wert. Deshalb (natürlich nicht nur deshalb) wird im Westen nicht gefoltert und nicht gesteinigt. Denn selbst der schlimmste Mensch hat gewisse Rechte und auch wenn einer es vielleicht verdient hätte, gefoltert zu werden, wird er es nicht.
Im Mittelalter hat auch die kath. Kirche gefoltert. Allerdings konnte sie ihr Verhalten nicht mit der Bibel und auch nicht mit Jesus rechtfertigen.
- Zweites Beispiel: Mord.
Im Westen unverzeihlich und unter allen Umständen strafbar. Laut der Scharia kann der Mörder der Familie des Mordopfers Blutgeld bezahlen, wenn diese damit einverstanden ist. Ein Mord zieht also nicht zwingend eine Strafe mit sich. Eine Strafe ist in christlich-westlichen Ländern zwingend, in islamischen nicht.
- Drittes Beispiel: Religionsfreiheit.
Man kann sie wohl nicht direkt aus der Bibel ableiten, aber es ist heute so, dass sich christliche Kirchen für Toleranz und Integration einsetzen. In Moscheen hingegen wird oft Hass gegenüber Andersgläubigen gepredigt. Religionsfreiheit ist also ein christlich-westlicher (vielleicht eher westlicher) Wert, der von den heutigen christlichen (und auch jüdischen, buddhistische etc.) Kirchen umgesetzt wird.
Es gäbe noch ein paar Beispiele.
Die Kernaussage: Unsere Gesetzgebung und unsere Gesellschaft basieren auf christlich-westlichen Werten. Manche sind eher christlich, andere eher westlich. Viele sind nur im Westen umgesetzt, in islamischen Ländern hingegen nicht – und das ist das Wichtigste.