4. April 2008, Oberländer Anzeiger
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SVP-Parteiführung manövriert sich ins Abseits
Immer mehr langjährige SVP-Miglieder fragen sich, "ist das noch meine Partei?". Auch die Eintritte von Leuten, die bekannte Rechtsextremisten sind beobachten sie mit zunehmender Sorge, denn "bei diesen Leuten geht es nicht mehr um Politik, sondern sie leben einen Führerkult", sagt Franz Bauer*, Mitglied der Zürcher Kantonalpartei schon seit 25 Jahren.
Ulrich Fritz*, Urgestein der Sektion Ostschweiz, regt sich auf: "Diese Schaumschläger haben die SVP Schweiz übernommen und diktieren von oben herab, was wir zu denken hätten". Man getraue sich gar nicht mehr zu sagen was man denke, sonst werde man angepöbelt und bekomme drohbriefe, sagt Fritz. Der Wandel habe vor allem mit dem Aufstieg von Blocher begonnen, den man zuerst begrüsst hatte als starken Mann mit Unternehmerischem Flair. Doch bereits die ersten Zweifel hegte er in den 90er Jahren, als das Duo Ebner-Blocher damit begann unwissenden Kollegen Investment-Vehikel unterzujubeln. Dank dem Engagement der Zürcher Kantonalbank konnte man glücklicherweise einen Totalverlust vermeiden, doch Fritz und seine Kollegen wissen seither über Blocher wenig Gutes zu sagen.
Der Absturz der UBS hätte das wahre Gesicht von Blochers Machtzirkel gezeigt. So gehen viele nun auch zu Peter Spuhler auf Distanz, dem Fritz bis vor kurzem noch Glaubwürdigkeit attestiert hatte. Wie geht es weiter? Noch halten sich zahlreiche Kritiker bedeckt – "Kein Kommentar", sagt dazu Max Rengger* von der Jungen SVP. Man habe Probleme gewissen Neueintritten, denn einige kämen direkt von der PNOS. Auch Verbindungen zu Nazi-Skin-Organisationen könnten das Image der SVP schwächen, doch man kenne sich halt von gemeinsamen Anlässen, sagt Rengger unter der Hand.
"Die besten Leute hat man verheizt", sagt der Zürcher Franz Bauer. Der Engpass bei valablen Persönlichkeit für Exekutivwahlen, habe man sich selber eingebrockt. Die Rückkehr von Walter Frey in die Partei-Leitung hält Bauer für keinen Fortschritt. Das Verhältnis hat sich merklich abgekühlt, "seit wir wissen was er für ein Spiel betreibt".
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* Namen der Redaktion bekannt